Terlusollogie
Mit der Terlusollogie wird seit einigen Jahrzehnten im Westen einem Naturgesetz wieder Beachtung
geschenkt, auf dem die gesamten asiatischen Kulturen sowohl in Medizin als auch in der Kunst fußen:
Die Erkenntnis, dass die vorherrschende Mond- oder Sonnenenergie, die Lebensrhythmen und damit auch
den Menschen, körperlich und seelisch maßgeblich beeinflussen.
Während die Sonne einen verengenden Effekt auf die Natur ausübt, übt der Mond einen
dehnenden Effekt aus. (Das bekannteste Phänomen, welches sich aus dem Einfluss des Mondes ergibt
ist wohl die Wiederkehr von Ebbe und Flut.) Die Energie, die nun zum Zeitpunkt der Geburt dominant
ist, bewirkt eine zeitlebens anhaltende Prägung des Gehirns und legt den Atemrhythmus eines
Menschen fest.
Es ergeben sich hieraus zwei polare Atemtypen: der Einatemtyp (bei überwiegendem Mondeinfluss)
und der Ausatemtyp (bei überwiegendem Sonneneinfluss). Während der Einatmer seine Kraft aus
der aktiven Einatmung schöpft, verhält es sich beim Ausatmer genau entgegengesetzt: Er
entfaltet seine Energie, indem er aktiv ausatmet und den Atem daraufhin passiv einfallen lässt.
Durch Erich Wilk (Musiker und Mediziner), Dr. Schaefer-Schulmeyer sowie Dr. Charlotte und Christian
Hagena wurde dieses Prinzip nun hierzulande wieder populär. Im Bereich des Yoga trug vor allem
Dr. Rosina Sonnenschmidt – die während zahlreicher Forschungsreisen in Nordindien immer wieder
auf die lunaren und solaren Gesetzmäßigkeiten stieß – zur Verbreitung der terlusollogischen
Erkenntnisse bei.
Einatmer und Ausatmer haben sehr unterschiedliche Bedürfnisse, in der Körperhaltung, im
Sitzen, im Stehen, aber auch in der Ernährung und den Lebensgewohnheiten.
Die Terlusollogie bietet speziell entwickelte Körper- und Atemübungen für beide
Atemtypen, die – im Zusammenspiel mit der typenrichtigen Lebensweise – eine Harmonisierung von K
örper, Geist und Seele herbeiführen und Krankheiten vermeiden oder sogar beseitigen
können.
Da die Atmung sowohl beim Sprechen als auch beim Singen eine sehr entscheidende Rolle spielt, hat
die Entdeckung der beiden unterschiedlichen Typen nicht zu unterschätzende Konsequenzen für
die Arbeit an der Stimme.
Die besondere Bedeutung der Terlusollogie für die Stimmbildung wurde zudem gestärkt durch
Publikationen und Fachbücher von namhaften Stimmbildnern. Durch sie wurden die terlusollogischen
Körperübungen an die Bedürfnisse der Sing- und Sprechstimme angepasst und zum Teil erweitert.
Das Resultat: Eine frei schwingende, natürliche und gesunde Stimme.
Literaturempfehlungen
Alavi Kia, R. und Schulze-Schindler, R.: Sonne, Mond und Stimme, Atemtypen in der Stimmentfaltung.
J. Kamphausen Verlag und Distribution Verlag GmbH, Bielefeld. 4. Auflage 2002.
Hagena, Ch. und Chr.: Konstitution und Bipolarität – Erfahrungen mit einer neuen Typenlehre.
Haug-Verlag, Stuttgart. 3. Auflage 2002.
Hagena, Chr. Grundlagen der Terlusollogie. Praktische Anwendung eines bipolaren Konstitutionsmodels.
Haug Verlag, Stuttgart 2. durchgesehene Auflage 2005.
Hempel, Petra Terlusollogie www.taeta.de/terlusol.html
Norris, I.: Are we all the same? Alpha Print Pty Ltd., 175 Hay Street, East Perth, W. Australia 1983.
Seidler-Winkler, B.: Im Atemholen sind zweierlei Ganden. Bipolarität und Stimme. Pfau-Verlag, Saarbrücken. 2004
Wilk, E.: Typenlehre, Magnetismus, Charakter und Gesundheit. Verlag Dr. Francis Ising, Minden/Westfalen 1949.